Pustertal - Das Protokoll einer Querung

Als Fortsetzung des Karnischen Höhenweges in östlicher Richtung führt uns diese Wanderung von Sexten nach Brixen…

Tag 1 Fischleintal - Zsigmondyhütte

Gehzeit: 2:45h Aufstieg: 743m Abstieg: 15m *


Anreise mit dem Auto nach Innichen. Dort gibt es ausreichend gebührenfreie Parkplätze in Bahnhofsnähe. Weiterfahrt mit dem Bus ins Fischleintal zum eigentlichen Startpunkt dieser Wanderung. Los geht´s. Am Ende des Fischleintals geht es erst leicht, dann steil bergauf in Richtung der Zsigmondyhütte. Gut ausgebauter Wanderweg ohne Schwierigkeiten. Schöne Hütte, freundlicher Empfang. Ein gelungener Tourstart.

Tag 2 Zsigmondyhütte - Schluderbach
Gehzeit: 8:45h Aufstieg: 483m Abstieg: 1.242m

Im Regen und bei Gewitter geht es los. Wir haben zuerst versucht das schlechte Wetter auszusitzen und sind spät gestartet, wurde aber nicht besser. Der Weg führt uns immer bergauf zur Bülleleijochhütte. Diese liegt wunderbar eingebettet zwischen Zwölfer und Einser. Aufgrund des immer noch sehr nassen Wetters sind wir ohne Stopp weiter zur Drei-Zinnen-Hütte. Auf der Terrasse der Drei-Zinnen-Hütte überrascht uns ein Dutzend Asiaten auf Fotosafari. Die, ohne Frage beeindruckenden, Dreizinnen werden im Sekundentakt fotografiert. Einmal mit viel Nebel, dann wieder ganz viel Nebel, etwas weniger Nebel… Wir gehen lieber in die Gaststube und wärmen uns von innen und außen. Nach der Mittagspause und dem obligatorischen Bergfoto weiter über das Rienztal in Richtung Schluderbach. Das Wetter hatte sich in der Mittagspause gebessert und der Abstieg über das Rienztal wurde zu einer sehr schönen Passage. Unten angekommen gestaltete sich die Quartiersuche etwas schwierig. Letztlich sind wir dann aber im Hotel "Drei Zinnen Blick" untergekommen, das Hotel war soweit OK ist aber sicher kein Preis-/ Leistungstipp.

Tag 3 Schluderbach - Seekofelhütte
Gehzeit: 9:25h Aufstieg: 1.240m Abstieg: 488m

Entgegen unserer Wegbeschreibung sind wir nicht von Schluderbach zur Dürrensteinhütte gelaufen, wir wollten die Forststrasse umgehen und das hat sich als Glücksfall erwiesen. Mit dem Bus vom Hotel nach „Im Gemärk“. Von hier ein wunderschöner Weg durch das Knabbenfußtal zur Stolla Alm. Der Übergang von der Stolla Alm zur Rossalmhütte ist aufgrund eines riesigen Felssturzes eigentlich gesperrt, die Abbruchstelle kann aber relativ leicht umgangen werden. Eine Querung unterhalb des Gerölls ist, zumindest teilweise, markiert. Ansonsten gibt es auf diesem Teilstück noch eine kurze Drahtseil-passage, die jedoch problemlos begehbar ist. Nach einer Pause auf der Rossalm, welche sehr zu empfehlen ist, weiter zur Seekofelhütte. Das letzte Teilstück zieht sich etwas, aber dann ist die Seekofelhütte auch schon erreicht. Die Seekofelhütte ist noch eine klassische Berghütte und war bei unseren Besuchen immer gut gebucht. Gut gegessen und Übernachtung im Lager.

Tag 3 Seekofelhütte - Alb. Le dla Crédá
Gehzeit: 7:10h Aufstieg: 381m Abstieg: 1.389m 

Über wunderbare Bergwiesen, vorbei an Edelweis und vielen anderen Bergblumen, geht es erst fast eben, anschliessend bergauf und zum Schluß steil über die Seitenbachscharte zu Ju de Senes. Hier sind wir nochmals kurz über 2.500m und steigen nach diesem Joch über ein großes Schotterfeld wieder ab. Der Himmel schickt einzelne Regentropfen, aber noch bleibt es schön. Über das Val de Ciastlins geht es abwärts in Richtung St.Vigil. So schön das Tal auch ist mit Wiesen, Latschen, Bäumen, Wasserfällen…. sind wir doch froh, dass wir ab- und nicht aufsteigen. Unterwegs überrascht uns ein Schauer als wir direkt vor einer Jagdhütte stehen, die Gelegenheit genutzt und ausgiebig gevespert. Am Ende des Abstiegs stolpert man direkt in die Unterkunft. Das Hotel liegt sehr schön an einem See, Zimmer und Essen, Forelle aus dem See, waren sehr gut. 

Tag 4 Alb. Le dla Crédá - Würzjoch
Gehzeit: 6:30h Aufstieg: 1.039m Abstieg: 640m 

Nach dem Frühstück geht es mit dem Bus nach St.Vigil. Über den „Wanderweg Nr.3“ Übergang nach Pikolein. Anstieg zuerst im Bereich der Skipisten, später im Wald und schliesslich über Wiesen führ uns der Weg wieder hinab nach Pikolein. Der Übergang ist aufgrund der guten Aussicht sehr empfehlenswert. Von Pikolein sind wir mit dem Bus bis nach Untermoi, der Fussweg nach Untermoi erschien uns wenig interessant und wir wollten die gesparte Zeit lieber am Peitlerkofel nutzen. Von Untermoi ging es im direkten Weg auf den „Rundweg Peitlerkofel“. Hier am Fusse des Peitlerkofel erstrecken sich wunschbare Almwiesen und es gibt ausreichend Einkehrmöglichkeiten. Die Wiesen waren über und über voll mit Blumen. Leider war das Wetter für Fotos nicht optimal und später mussten wir schauen, dass wir die Unterkunft noch trocken erreichen. Gelungen ist uns das nicht ganz, aber einigermassen trocken haben wir den Almgasthof Würzjochhütte erreicht. Essen und Zimmer waren hier sehr gut. Leider hat sich der Peitlerkofel nicht mehr gezeigt und war in den Wolken verschwunden. 

Tag 5 Würzjoch - Brixen
Gehzeit: 7:00h Aufstieg: 702m Abstieg: 1.104m 

Auch heute war vom Peitlerkofel nichts zu sehen, es soll ihn aber geben. Nach dem Früstück weiter in Richtung Plose. Angenehme Wege, vorbei an Wiesen voll Arnika. Später hat uns dann wieder der Nebel und Regen erwischt, die Temperaturen betrugen nur noch 4 Grad. Einkehr in der Plosehütte. Anschließend im Nebel weiter zur Bergbahn und Fahrt ins Tal. Hier waren die Temperaturen später wieder bei knapp 30 Grad. Fussweg bergab nach Brixen, herrliche Aussicht über die Stadt. Übernachtung im Hotel Grüner Baum mit guter Lage im Stadtzentrum. 

Tag 6 Brixen - Innichen 

Mit dem Bus zum Bahnhof, Zug nach Franzensfeste und von dort Bahnfahrt durch das Pustertal zurück zum Auto. 

* Alle Angaben handgestoppt. Gehzeiten beinhalten alle Pausen, Fotostopps, Regenunterbrechungen… Noch länger kann man eigentlich nicht brauchen.